Der Garda auf zwei Rädern: Ein Gebiet wie geschaffen fürs Radfahren
Der Gardasee ist eines der vielseitigsten Radreiseziele Italiens. Vom spektakulären, über dem See schwebenden Radweg in Limone bis zu den Moränenhügeln am Südufer, von den Strecken entlang des Mincio bis zu den Trails am Monte Baldo gibt es für jeden Radtyp die passende Route. In diesem Guide findest du alle Radwege am Gardasee mit Kilometerangaben, Höhenmetern, Verleihstationen und Tipps für die Planung deiner Touren.
Radweg Limone-Riva: Der spektakulärste Europas
Der Radweg Limone-Riva del Garda wurde 2018 eingeweiht und ging um die Welt: ein 2,5 Meter breiter Steg aus Stahl und Holz, der direkt an den Felsen über dem See hängt, mit transparenten Geländern und dem Blau des Gardasees unter den Füßen. Der fertiggestellte Abschnitt ist etwa 4 km lang und komplett flach. Er kann auch zu Fuß begangen werden.
Die Arbeiten zur Verbindung von Limone mit Gargnano sind im Gange. Sobald sie abgeschlossen sind, wird ein durchgehender Rad- und Fußweg entlang des gesamten Westufers entstehen.
- Länge: ca. 4 km (Abschnitt Limone bis zur Grenze des Trentino)
- Schwierigkeit: leicht, für alle geeignet
- Fahrradverleih: in Limone und Riva del Garda, auch E-Bikes (ab 20 Euro/Tag)
- Tipp: Befahre ihn am frühen Morgen oder bei Sonnenuntergang. Mittags ist er im Sommer sehr überfüllt.
Mincio-Radweg: Von Peschiera nach Mantua
Der Mincio-Radweg ist ein Klassiker: 45 km von Peschiera del Garda nach Mantua, fast vollständig auf eigenen Wegen entlang des Flusses Mincio. Die Strecke ist flach, schattig und führt durch Landschaften, die sich alle paar Kilometer verändern: von Moränenhügeln zu Pappelwäldern, vom Mincio-Naturschutzgebiet zu Reisfeldern, bis am Horizont die Skyline von Mantua erscheint.
In Borghetto sul Mincio (etwa auf halber Strecke) solltest du für einen Teller Tortellini anhalten – es ist die Hauptstadt der Tortellini und es gibt mehrere Restaurants direkt am Wasser. Valeggio sul Mincio liegt ganz in der Nähe, mit dem Park Giardino Sigurtà.
- Länge: 45 km
- Schwierigkeit: leicht
- Zeit: 3–4 Stunden ohne Pausen
- Rückfahrt: mit dem Zug von Mantua nach Peschiera (Fahrradmitnahme möglich, ca. 5 Euro)
- Verleih: in Peschiera mehrere Verleihstationen in der Nähe des Bahnhofs (ab 15 Euro/Tag)
Uferpromenade Peschiera-Garda: Der östliche Spazierweg
Der Radweg Peschiera-Garda folgt dem Ostufer des Sees für etwa 28 km und führt durch Lazise und Bardolino. Die Strecke ist größtenteils flach, mit Abschnitten auf eigenen Radwegen und Abschnitten auf verkehrsarmen Straßen. Es gibt unzählige Einkehrmöglichkeiten: Strände, Bars am See, kleine Häfen und Eisdielen.
- Länge: 28 km
- Schwierigkeit: leicht
- Zeit: 2–3 Stunden ohne Pausen
- Tipp: Mach einen Zwischenstopp in Bardolino für ein Glas Chiaretto in einem der Weingüter an der Weinstraße.
Radweg Peschiera-Sirmione-Desenzano
Der Radweg, der Peschiera, Sirmione und Desenzano verbindet, verläuft entlang des Südufers des Sees. Der Abschnitt Peschiera-Sirmione ist besonders schön, mit ständigem Blick auf den See und die Halbinsel. Von Sirmione geht es weiter nach Desenzano auf Nebenstraßen mit wenig Verkehr.
- Länge: insgesamt ca. 25 km
- Schwierigkeit: leicht
- Tipp: Lass dein Fahrrad in Sirmione vor der Altstadt stehen (Radfahren ist im Ortskern nicht erlaubt) und besuche die Burg und die Thermen zu Fuß.
Moränenhügel: Radfahren im Hinterland
Die Moränenhügel bieten eine hügelige Strecke im südlichen Hinterland des Sees, zwischen Lugana-Weinbergen, Olivenhainen und Bergdörfern. Es ist nicht so flach wie die Radwege am See: Es gibt ständige Auf- und Abfahrten, die das Radfahren anspruchsvoller, aber auch abwechslungsreicher machen. Die Ausblicke über die bewirtschafteten Hügel mit dem See im Hintergrund gehören zu den schönsten der Gegend.
- Länge: 30–40 km (variable Route)
- Schwierigkeit: mittel
- Tipp: Kombiniere die Tour mit einem Stopp in einem Weingut, um den Lugana DOC zu verkosten.
Etschtal-Radweg: Richtung Rovereto
Der Etschtal-Radweg verbindet Torbole mit Rovereto und führt das Etschtal hinauf. Die Strecke verläuft auf eigenen Wegen, ist flach (man folgt dem Flusslauf) und für Familien geeignet. In Rovereto ist das MART – Museum für moderne und zeitgenössische Kunst – einen Besuch wert. Der Rückweg führt leicht bergab.
- Länge: 20 km (einfache Fahrt)
- Schwierigkeit: leicht
- Zeit: 1,5–2 Stunden (einfache Fahrt)
- Rückfahrt: mit dem Rad (bergab) oder mit dem Zug von Rovereto
Bardolino-Weinstraße: Zwischen Weingütern und Olivenhainen
Die Bardolino-Weinstraße ist eine önogastronomische Route im Hinterland von Bardolino, vorbei an Weingütern, Ölmühlen und Essigmanufakturen. Du radelst auf Nebenstraßen mit wenig Verkehr zwischen Weinbergen und Olivenhügeln. Es ist kein Radweg im engen Sinne, aber der Verkehr ist minimal und die Landschaft rechtfertigt jeden Meter. Ein Stopp in mindestens zwei Weingütern ist Pflicht.
- Länge: 20–30 km (variable Rundtour)
- Schwierigkeit: mittel (einige Anstiege in den Hügeln)
- Tipp: Buche Verkostungen im Voraus. Im Sommer sind die bekanntesten Weingüter ausgebucht.
Rad- und Fußweg Brenzone-Malcesine
Der Rad- und Fußweg Brenzone-Malcesine folgt dem Ostufer im schmalsten und alpinsten Teil des Sees. Die Strecke wechselt zwischen eigenen Wegen und kurzen Abschnitten auf der Straße. Der Blick auf die Berge des gegenüberliegenden Ufers und den tiefen, schmalen See ist anders als am restlichen Gardasee – hier fühlt man sich wie in einem Fjord.
- Länge: 10 km
- Schwierigkeit: leicht
- Tipp: Fahre weiter bis nach Malcesine für ein Mittagessen mit Aussicht und einen Besuch der Burg.
Für Trainierte: Salò-Valtenesi Loop und GranGarda
Der Salò-Valtenesi Loop ist eine hügelige Strecke von etwa 50 km, die Salò, die Hügel des Valtenesi und den See berührt. Ständiges Auf und Ab mit Ausblicken auf den Golf von Salò und das Hinterland. Für trainierte Radfahrer.
Das GranGarda Bikepacking ist das ultimative Abenteuer: eine mehrtägige Route, die den gesamten See auf Nebenstraßen, Schotterwegen und Pfaden umrundet. Ein ehrgeiziges Projekt für erfahrene Radfahrer mit Bikepacking-Ausrüstung.
Fahrradverleih am Gardasee
Jeder Ort am Gardasee hat mindestens einen Fahrradverleih. Die Durchschnittspreise:
- Citybike: 10–15 Euro/Tag
- E-Bike: 25–40 Euro/Tag
- MTB: 20–30 Euro/Tag
- Rennrad: 40–60 Euro/Tag
Viele Verleiher bieten auch Gepäcktransport und Shuttle-Services für diejenigen an, die Einwegstrecken fahren möchten. Frage bei der Buchung danach.
Tipps zum Radfahren am Gardasee
- Beste Reisezeit: April–Juni und September–Oktober. Im Hochsommer ist es heiß und die Küstenradwege sind überfüllt.
- Wind: Der Pelér (aus Norden) weht am Morgen, die Ora (aus Süden) am Nachmittag. Wenn du morgens nach Norden und nachmittags nach Süden fährst, nutzt du den Rückenwind.
- Wasser: Nimm mindestens eine 0,75-Liter-Trinkflasche mit. Öffentliche Trinkbrunnen gibt es in fast allen Orten.
- Helm: Er ist gesetzlich nicht vorgeschrieben (über 14 Jahre), wird aber auf allen Straßen dringend empfohlen.
- Fähre + Rad: Die Navigarda-Fähren transportieren Fahrräder (Zuschlag ca. 4–5 Euro). Eine bequeme Art, eine Strecke zu radeln und mit dem Schiff zurückzukehren.
Erkunde all unsere Radwege am Gardasee und wähle die Route, die deinem Level entspricht. Wenn du lieber zu Fuß gehst, entdecke die Panoramawanderwege.


